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Dr. med. Edmund

SCHMIDT

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Aktuelle Informationen zum Thema Impfen

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Als Reise- und Tropenmediziner möchte ich Ihnen im Folgenden die neuesten Erkenntnisse zum Thema Impfen und Reisemedizin geben:

Ausgehend von der akuten Schweinegrippe Problematik ist das Thema Impfungen wieder hoch im Kurs. Vieles was im Internet zu finden ist, ist fachlich vollkommen falsch. Für den medizinische Laien ist es schwierig, die publizierten Äußerungen zu werten.

Grundsätzlich gilt:
  1. Impfen ist notwendig und schützt uns vor vielfältigen Krankheiten.
  2. Nicht-Impfen ist hochgefährlich und kann zu stark beeinträchtigenden oder tödlichen Krankheiten führen.

Immer wieder warnen irgendwelche medizinische Ignoranten vor den Gefahren einer Impfung. Die zitierten Fälle tauchen dann aber in keiner Statistik auf. Zu Deutsch: Es wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Leider werden Sie – die Patientinnen und Patienten – verunsichert.

Einleitend ein paar Erklärungen:

Durch eine Impfung soll der Körper auf einen möglichen Krankheitserreger vorbereitet werden. Durch die Impfung produziert der Körper sogenannte Antikörper gegen einen Erreger ohne dass der Erreger unseren Organismus bereits infiziert hat. Kommt unser Organismus nun in Kontakt mit dem Erreger, kann dieser, bevor er eine Krankheit verursachen kann, eliminiert werden. Durch die Impfung werden unserem Organismus Informationen zu dem jeweiligen Erreger angeboten, die zur Herstellung von Abwehrkörpern führen. Impfungen sollten in so genannten antigenpräsentierenden Zellen erfolgen. Diese Zellen machen es dem Immunsystem besonders leicht Abwehrkörper zu bilden. Besonders gut geeignet sind Muskelzellen, besonders schlecht geeignet sind Fettzellen. Dies ist der eigentliche Grund, warum man heutzutage nicht mehr im Gesäß impft, denn die Wahrscheinlichkeit den Impfstoff in das Fettgewebe zu spritzen ist relativ hoch und die Impfung wäre dann unwirksam.

Zusatzstoffe:

In letzter Zeit wurden immer wieder sogenannte Adjuvantien als gefährlich deklariert. Diese Adjuvantien gibt es schon seit vielen Jahrzehnten und sie bewirken eine Wirkverstärkung der Impfung. Adjuvantien, wie das am meisten verwendete Aluminium Hydroxid, verursachen eine kleine umschrieben, sterile – daher harmlose – Entzündung im gespritzten Muskel. Jede Entzündung ruft unser Abwehrprogramm auf den Plan. Dieses findet nun die geimpften harmlosen Informationen über den Erreger und meint diese hätten die Muskelentzündung bewirkt. In der Folge kommt es zu einer verstärkten Bildung von Antikörpern gegen den geimpften Erreger und somit gegen die geimpfte Krankheit. Wir erkennen diese leichte Entzündung entweder gar nicht oder am einige Tage anhaltenden, leichten Muskelschmerz. Dieser Schmerz ist also keine unerwünschte Nebenwirkung, sondern Indikator für die Wirkung. Aus naheliegenden Gründen sollte immer der weniger benutzte Arm beimpft werden.Wie Sie nun verstehen sind Adjuvantien weder neu noch gefährlich sondern höchst nützlich. Wenn diese in der Presse bekämpft werden, dann wohl nur aus ideologischen Gründen.

Nebenwirkungen:

Viele von uns haben Angst vor ominösen Nebenwirkungen. Im Internet finden sich wahre Horrorszenarien. Objektive Belege fehlen. Fakt ist: Impfungen werden europaweit jährlich millionenfach durchgeführt. Unerwünschte allergische Reaktionen oder gar das in der Presse mal wieder kolportierte Guillian Barre Syndrom (eine Erkrankung der Nerven die zu Lähmungen führt) sind extrem selten. Die Wahrscheinlichkeit sich bei der normalen Benutzung eines Treppenhauses den Hals zu brechen ist wesentlich höher. Wichtig ist, dass der zu Impfende sich vor der Injektion bei seinem Arzt/Ärztin vorstellt und dieser/-e den Patienten/-in vorher untersucht. Viel gefährlicher als Nicht-Impfen sind die Gefahren der Krankheiten gegen die geimpft wird. Kindern aus ideologischen Gründen eine Impfung vor zu enthalten grenzt in meinen Augen zumindest an Körperverletzung und ist mit Nichts zu rechtfertigen.

Allgemeine Grundsätze:

  • Ist der Impfpass verschollen, müssen alle Impfungen wiederholt werden.
  • Nicht dokumentierte Impfungen gelten als nicht gegeben.
  • Kombinierte Impfstoffe steigern die Ansprechrate; Der Hepatitis-Kombi-Impfstoff führt zu, Beispiel zu einer deutlich besseren Impfreaktion als die Monoimpfstoffe.

Spezielle Informationen zu den Impfungen:

Pertussis (Keuchhusten): Sollte im Erwachsenenalter aufgefrischt werden.

Tollwut (zu 100% tödlich): Wer als sogenannter „Rucksacktourist“ Indien und Asien bereist, benötigt eine Tollwutimpfung. Es gibt einen nicht schmerzhaften, gut verträglichen Impfstoff. Leider gibt es bis Ende 2010 Versorgungsengpässe.

Achtung: Tollwutimpfung direkt im exotischen Reisezielen sind extrem schmerzhaft (da der neue Impfstoff dort nicht existent ist) und gesundheitlich problematisch. Die Tollwut gilt als unheilbar, wenn der Erreger das Gehirn erreicht. Kommt es zum Beispiel im Bereich des Fußes zu einem Biss, kann es bis zu einem Jahr dauern, bis der Erreger zur tödlichen Krankheit wird. Bisse in der Kopfregion sind daher höchst gefährlich und erfordern sehr schnelles impfen. Mittel der Wahl ist Rabipur.

Diphtherie: Auf Impfschutz achten, am besten zusammen mit jeder Tetanus Impfung.

Masern: Alle Kinder müssen geimpft werden. Die Hirnhautentzündung durch Masern ist meist tödlich und bei Infektion mit dem Erreger keine Seltenheit. Masern-Partys sind daher unverantwortlich und potentiell lebensgefährlich.

Gelbfieber: Tritt in 2/3 der Fläche Afrikas auf; nur der Norden und der Süden sind bis jetzt nicht betroffen. Seit drei Jahren kommt es zu immer mehr Fällen in Südamerika zuletzt auch an der Küste rund um Sao Paulo. Die Impfung ist, trotz aller anders lautenden Gerüchte, für immunkompetente Patienten unproblematisch. Sechs schwerwiegende Impfzwischenfälle auf 150 Millionen Impfungen sind bisher bekannt (keine davon in Deutschland).

Hepatitis A: Generell gilt für Reisen südlich der Alpen und östlich der Oder wird die Impfung empfohlen, am effektivsten in Kombination mit Hepatitis B.

Hepatitis B: Sollte nicht als Reiseimpfung sonderN als Impfung für das Leben gesehen werden. Am besten in Kombination mit Hepatitis A. Ständige Impftiter Bestimmung ist nicht sinnvoll und teuer. Auch Menschen mit niedrigen Impftitern haben zu 95% sogenannte „Memorycells“ also Gedächtniszellen die bei einer Infektion eine Antikörperbildung einleiten. Im Zweifel immer Auffrischungsimpfung.

Typhus: Reisen nach Indien und Asien machen eine Impfung eventuell erforderlich. Am effektivsten ist der Kombi-Impfstoff mit Hepatitis A, der unter dem Handelsnamen Hepatyrix vertrieben wird.

Cholera: Diese schwere Durchfall-Erkrankung findet sich vor allem im südlichen Afrika hier vor allem in Zimbabwe. Auch auf den beliebten Nilkreuzfahrtschiffen sind schon Cholera-Erreger nachgewiesen worden. Am effektivsten ist Etec oder Dukoral, welches auch das beste Medikament gegen Reisedurchfall ist.

Menigokokken: Infektionen mit Meningokokken finden sich vor allem in Afrika und hier vorwiegend in Ägypten. Es existieren mehrere sogenannte Serotypen. Bei uns wird seitens der gesetzlichen Kassen nur die Impfung gegen den Typ C bezahlt. Es wird einfach postuliert, die anderen Typen gibt es bei uns nicht. Das ist wissenschaftlich natürlich nicht haltbar. Am besten schützen daher Impfungen gegen möglichst alle Subtypen sogenannte tetravalente Impfstoffe wie MenVeo oder Mencevax.

Japanische Enzephalitis: Diese Krankheit findet sich in ganz Asien und bedroht daher 3 Milliarden Menschen. Da jährlich 1,4 Millionen Deutsche Asien besuchen, ist diese Krankheit auch für uns wichtig. Der Erreger findet sich vor allem in ländlichen, feuchten Gebieten. Geimpft wird mit dem Medikament Ixiaro.

Zoster: Diese Krankheit kann zu chronischen Nervenschmerzen führen und ist nur schwer therapierbar. In Deutschland wird die Impfung nicht angeboten, denn die Kassen fürchten die Kosten. Würden alle Menschen über 50 Jahren geimpft, gäbe es über 50% weniger Erkrankungen (was wieder Kosten sparen würde). In Österreich gibt es die Impfung mit Zostavax, allerdings kostet diese nicht unter 250€.

Pneumokokken: Diese Impfung schützt vor dem häufigsten bakteriellen Erreger von Lungenentzündung, Bronchitis und Nebenhöhlenentzündung.

Influenza: Diese Infektion fordert jährlich 11.000 bis 14.000 Tote alleine in der Bundesrepublik. Die sogenannte „Grippeimpfung“ ist ungefährlich und wird problemlos vertragen. Speziell ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen sollten sie nutzen.

Schweinegrippe: Dieser H1N1 Virus ist wohl ein Gemisch aus Schweine- Mensch- und Vogelgrippe. Die Infektion breitete sich besonders in Bayern und hier vor allem in München explosionsartig aus. Die Verläufe in Deutschland sind bis jetzt harmlos. In der Regel kommt es zu Grippe Symptomen mit Fieber (allerdings zum Teil bis 41 Grad Celsius) und Gliederschmerzen. Seit Ende November 2009 ist die Zahl der Neuerkrankten stark rückläufig. Die Impfung wirkt natürlich nur gegen den jetzt aktiven H1N1 Stamm. Sollte der Virus mutieren, müsste ein neuer Impfstoff entwickelt werden. Dem trägt die Schweiz Rechnung. Dort wird zu Recht vermutet, dass, falls der Virus mutiert und plötzlich tödliche Verläufe sprunghaft ansteigen, der Vogelgrippe Anteil dafür verantwortlich ist. Die Schweiz impft daher gegen Vogelgrippe. Diese Impfung ist bei uns leider nicht erhältlich. Die Impfung gegen Schweinegrippe ist für immungeschwächte Menschen und Personen mit chronischen Krankheiten wichtig. Für die übrige Bevölkerung ist sie als Präpandemie Impfung ebenfalls als sinnvoll anzusehen.